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Unsere Stars, die niemals untergehen. Künstler im Exil:
Comedian Harmonists
Mein kleiner grüner Kaktus", "Wochenend und Sonnenschein", "Veronika, der Lenz ist da", "Irgendwo auf der Welt"... Wer kennt sie nicht, die Evergreens der Comedian Harmonists? Alles begann mit einer Kleinanzeige, die Harry Frommermann im Dezember 1927 beim Berliner Lokal-Anzeiger aufgab. Er suchte Sänger für ein Vokal-Ensemble. Und es endete acht Jahre später, als den drei "Nicht-Ariern" der Gruppe das Recht auf Berufsausübung endgültig entzogen wurde. Dazwischen lagen Jahre eines einzigartigen Erfolgs: Ab 1929 absolvierten die Comedian Harmonists in Deutschland jährlich an die 150 Vorstellungen - überall vor ausverkauftem Haus und vor einem Publikum, das begeistert trampelte. 1930 folgten die ersten Auslandsgastspiele. Dann kam das Jahr 1933...
"Baby, wo ist mein Baby?
Groß ist der Ozean - mein Baby ist klein.
Die Jahre kreisen und wir vergreisen,
Aber mein Baby, mein Baby bleibt mein."
Comedian Harmonists 1931
(nach Hollaender)
Kurt Tucholsky
Der Publizist, Schriftsteller und Chanson-Texter trat in der Berliner Kabarett-Szene unter dem Pseudonym „Theobald Tiger“ auf. Er schrieb politische Artikel, Gedichte, Romane. Für Max Reinhardts Kabarett „Schall und Rauch“, die „Wilde Bühne“ das „Café Größenwahn“ schrieb er zahlreiche Texte. Seine Lieder wurden vertont von Friedrich Hollaender, Hanns Eisler, Rudolf Nelson, W.R. Heymann. Da die politische Entwicklung Deutschlands hin zur Naziherrschaft für ihn unerträglich wurde, ging er schon 1929 ins Exil nach Schweden. Dort beging er 1935 Selbstmord.
„Du mußt auf Deinem Gang
durch Städte wandern
siehst einen Pulsschlag lang
den fremden Andern
kann Dein Feind sein
Hanns Eisler
Eisler studierte Musik und Komposition bei Arnold Schönberg. 1926 Beitritt zur Kommunistischen Partei. Komponierte Kampflieder wie „Roter Wedding“, arbeitete für Bühne und Film, 1923 die Musik zu Bertold Brechts Film „Kuhle Wampe“. Enge Zusammenarbeit mit Brecht. 1933 Flucht in die Tschechoslowakei, nach Paris, London und Wien. 1938 emigrierte er in die USA, arbeitete weiter mit Brecht, schrieb Filmmusiken.1948 Ausweisung aus den USA wegen kommunistischer Umtriebe, 1950 Professor für Komposition in Ost-Berlin. Vertonung der DDR-Nationalhymne.
„Und es sind die finstern Zeiten
in der andern Stadt
Doch es bleibt beim leichten Schreiten
und die Stirn ist glatt.
Harte Menschheit, unbewegt
lang erfrornem Fischvolk gleich
Doch das Herz bleibt schnell gereget
und das Lächeln weich.“
Thomas Mann
Der bedeutendste deutsche Schriftsteller des 20sten Jahrhunderts, Thomas Mann (1875 -1955) verfaßte unter anderem die "Buddenbrooks", "Tod in Venedig", "Zauberberg", "Joseph und seine Brüder" und "Doktor Faustus" und erhielt 1929 den Nobelpreis für Literatur. Ein Jahr später hielt er in Berlin die gegen die NSDAP gerichtete "Deutsche Ansprache - Ein Appell an die Vernunft". 1933 begab er sich auf eine Reise durch Europa, von der er nach der nationalsozialistischen Machtübernahme nicht nach Deutschland zurückkehrte. Die deutsche Staatsbürgerschaft wurde ihm 1936 aberkannt. Zwei Jahre danach emigrierte er von Zürich nach Princeton (USA). Nachdem er 1952 von einem kalifornischen Abgeordneten vor dem Kongreß als "fellow traveller" des Kommunismus angeklagt wurde, verließ Mann die USA und siedelte in die Schweiz um. Zahlreiche Ehrungen, darunter der Orden Pour le Mérite für Wissenschaft und Kunst. 1950 starb Thomas Mann in Zürich.
Fritz Lang
Der 1890 in Wien geborene Fritz Lang fand durch das französische Kino intensiven Zugang zum neuen Medium Film. Nach zwei Verletzungen im ersten Weltkrieg drehte er seine bedeutendsten Stummfilme im Berlin der Zwanziger Jahre. Er bediente sich dabei expressionistischer Stilelemente der Raumgestaltung und der Bildsprache, gleichzeitig thematisierte Lang immer wieder Fragen der Massenpsychologie und die Umsetzung von Zeitatmosphäre. In seinen Filmen "Der müde Tod", "Dr. Mabuse, der Spieler". Mit "Metropolis" begründet Lang 1926 in Deutschland das Genre des Science-fiction-Films. In den Kriminalfilmen "M - Eine Stadt sucht einen Mörder" und "M - Mörder unter uns" nutzte er erstmals das neue Medium des Tonfilms. Diese Filme sind realitätsnah und bedienen sich einer Neuen Sachlichkeit. Der Film "Das Testament des Dr. Mabuse" wurde kurz vor seiner Uraufführung 1933 von den Nationalsozialisten verboten. Während auch die Filme "M - Mörder unter uns" und "Die Frau im Mond" Aufführungsverbot erhielten, gehörte der Film "Die Nibelungen" zu den Lieblingsfilmen von Adolf Hitler. Joseph Goebbels bot Lang einen Posten als Reichsfilmintendant an. Lang entschied sich noch am selben Tag, nach Paris zu gehen, da ihm klar wurde, daß er seine künstlerische Arbeit unter dem NS-Regime nicht uneingeschränkt fortsetzen konnte. 1934 ging er nach Hollywood und produzierte 22 Filme. 1935 erhielt er die amerikanische Staatsbürgerschaft. Mit dem sozialkritischen Film "Fury" gelang ihm 1936 der Anschluß an seine Filmerfolge in Deutschland. Fritz Lang starb 1976 in Los Angeles.