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Unsere Stars, die niemals untergehen. Künstler im Exil:
Peter Lorre
Lorre: the world's greatest actor!"
Charlie Chaplin
Peter Lorre wurde 1904 als Laszlo Löwenstein bei Wien geboren. Nach Bühnenerfahrungen in Wien, Breslau und Zürich ging er mit 21 nach Berlin, wo Bertolt Brecht auf ihn aufmerksam wurde. Berühmt wurde er durch die Darstellung des Mörders in "M" von Fritz Lang. 1933 emigrierte er nach Hollywood, wo er seinen Ruhm in Filmen wie "The Man Who Knew Too Much" (1934), "The Maltese Falcon" (1941) "Casablanca" (1942) "20,000 Leagues Under the Sea" (1954) ausbaute. Sein in Deutschland geschaffener Film "Der Verlorene" (Buch + Regie: Lorre) war dem Publikum zu ernst. Zurück in Hollywood tauchte er dann mehr und mehr als Charakterdarsteller in Fernsehserien auf. Er starb 1964 an einem Herzleiden in Los Angeles.
Georg Grosz
Als Georg Gross wurde er 1883 in Berlin als Sohn eines Gastwirts geboren. 1909 ging er an die Königlichen Kunstakademie Dresden. Mit der Veröffentlichung von Zeichnungen in der Monatsschrift "Neue Jugend" und in Theodor Däublers (1876-1934) literarischem Magazin "Die weißen Blätter" wurde Grosz in der Kunstszene bekannt. Nach Aufenthalten in einem Lazarett für Schwerverletzte und einer Nervenheilanstalt wurde er 1917 als dauernd kriegsunbrauchbar entlassen. Die "Kleine Grosz-Mappe" erschien. 1919 erfolgte eine Verhaftung während des Spartakusaufstands. Aufgrund eines falschen Ausweises konnte er jedoch entkommen und untertauchen. Grosz wurde KPD-Mitglied.1920 war er Mitveranstalter der "Ersten Internationalen Dada-Messe" in Berlin. Grosz entwickelte sich zum Chronisten und Kritiker seiner Zeit. Vor allem der Militarismus und das konservativ-reaktionäre Bürgertum der Weimarer Republik waren Hauptthemen vieler seiner Gemälde und Mappenwerke. 1921 folgte die Anklage und Verurteilung zu einer Geldstrafe von 300 Mark wegen Beleidigung der Reichswehr. Das Gericht verfügte ferner die Vernichtung der Mappe "Gott mit uns". 1922 traf er anläßlich einer fünfmonatigen Rußlandreise Wladimir I. Lenin und Leo D. Trotzki. Die Erfahrungen in Rußland bestärkten ihn in seinem Mißtrauen gegen jede Form der diktatorischen Obrigkeit und veranlassten ihn zum Austritt aus der KPD. Aus der Mappe "Ecce Homo" wurden mehrere Zeichnungen beschlagnahmt. Grosz fertigte 300 Zeichnungen für einen Trickfilm im Stück "Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk". Einige Blätter der gleichzeitig erschienenen Schwejk-Mappe "Hintergrund" führten zu einer Anzeige wegen Gotteslästerung. 1932 mehrmonatiger Aufenthalt in New York. Am 12.Januar 1933 emigrierte er nach New York. Gleich nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurden seine Wohnung und sein Atelier gestürmt. Grosz arbeitete für amerikanische Satirezeitschriften. Die Nationalsozialisten diffamierten seine Werke als "entartete Kunst" und beschlagnahmten 285 von ihnen aus deutschen Museen. Seine Bilder wurden in der Ausstellung "Entartete Kunst" gezeigt. 1938 erhielt Grosz die amerikanische Staatsbürgerschaft. Schon 1941 zeigte das Museum of Modern Art eine Grosz-Retrospektive. 1945 Beteiligung an der Ausstellung "Painting in the United States 1945" in Pittsburgh, auf der 350 Gemälde von 350 Künstlern gezeigt wurden. Grosz litt unter depressiven Stimmungen, die zunehmenden Alkoholkonsum zur Folge hatten. 1946 veröffentlichte Grosz seine Autobiographie "A Little Yes and a Big No". 1959 starb George Grosz kurz nach seiner Übersiedlung nach Berlin an den Folgen einer durchzechten Nacht.
Werner Richard Heymann
Werner Richard Heymann, am 14.2.1896 in Königsberg geboren, kam 1912 nach Berlin und komponierte zunächst ernste Musik. Gemeinsam mit Friedrich Hollaender war er 1918/19 musikalischer Leiter von Reinhardts Kabarett "Schall und Rauch", für das die beiden Mischa Spoliansky als dritten Pianisten und Komponisten engagierten. Heymann schrieb für Rosa Valetti und ihre Kabaretts "Cabaret Größenwahn" und "Die Rampe" und war 1921-23 musikalischer Leiter von Trude Hesterbergs Kabarett "Die Wilde Bühne". Er vertonte Texte von Mehring, Klabund, Tucholsky und Heller. Seine Interpreten waren u.a. Trude Hesterberg, Kate Kühl, Kurt Gerron und Annemarie Hase. Heymann, der auch Bühnenmusiken komponierte, wendete sich 1923 erstmals dem Film zu.1926 schrieb er u.a. die Musik zu den Stummfilmen "Faust" von Murnau" und "Spione" von Fritz Lang. 1929 war er musikalischer Leiter des ersten UFA-Tonfilms "Melodie des Herzens". In der Folge begründete er das Genre der Tonfilm-Operette und komponierte bis 1933 die Musik für 15 UFA-Filme mit zahlreichen Hits. Die Interpreten waren Lilian Harvey, Willy Fritsch, Oskar Karlweis, Heinz Rühmann, Hans Albers, Paul Hörbiger, die Comedian Harmonists u.a. 1933 emigrierte Heymann, der einer jüdischen Familie entstammte, aus dem nationalsozialistischen Deutschland nach Paris, machte in London mit Maurice Chevalier den Film "The Beloved Vagabond" und ging 1936 nach Hollywood. Für "To Be Or Not To Be" und "That Uncertain Feeling" erhielt er ebenso wie für "One Billion Years BC" und "Knickerbocker Holiday" Oscar-Nominierungen. In den USA hatte er 1937-50 insgesamt 44 Filme vertont. 1951 kam Heymann nach Deutschland zurück. Am 30.5.1961 starb er in München.
Comedian Harmonists
Mein kleiner grüner Kaktus", "Wochenend und Sonnenschein", "Veronika, der Lenz ist da", "Irgendwo auf der Welt"... Wer kennt sie nicht, die Evergreens der Comedian Harmonists? Alles begann mit einer Kleinanzeige, die Harry Frommermann im Dezember 1927 beim Berliner Lokal-Anzeiger aufgab. Er suchte Sänger für ein Vokal-Ensemble. Und es endete acht Jahre später, als den drei "Nicht-Ariern" der Gruppe das Recht auf Berufsausübung endgültig entzogen wurde. Dazwischen lagen Jahre eines einzigartigen Erfolgs: Ab 1929 absolvierten die Comedian Harmonists in Deutschland jährlich an die 150 Vorstellungen - überall vor ausverkauftem Haus und vor einem Publikum, das begeistert trampelte. 1930 folgten die ersten Auslandsgastspiele. Dann kam das Jahr 1933...
"Baby, wo ist mein Baby?
Groß ist der Ozean - mein Baby ist klein.
Die Jahre kreisen und wir vergreisen,
Aber mein Baby, mein Baby bleibt mein."
Comedian Harmonists 1931
(nach Hollaender)
Bertolt Brecht
Anfang der 20er Jahre als freier Schriftsteller in Berlin. Begegnung mit Helene Weigel, Kontakt zur KPD. 1928 Sensationserfolg mit der „Dreigroschenoper“, Musik: Kurt Weill. Nach der Machtergreifung der Nazis Flucht nach Österreich, Schweiz, Dänemark, Schweden, Finnland. In diesen Jahren entstanden die großen Theaterstücke, z. B.: Herr Puntila und sein Knecht Matti, der Kaukasische Kreidekreis. 1941 Flucht vor den deutschen Truppen in die Sowjetunion und dann nach Los Angeles. Hier entstanden zahlreiche Gedichte und Stücke (Galilei). Nach dem Krieg Verhör vor dem Mc Carthy-Ausschuß. Rückkehr nach Europa, zuerst Schweiz und dann Ostberlin, gründete mit seiner Frau Helene Weigel das Theater „Berliner Ensemble“. Internationale Erfolge mit der Aufführung seiner Stücke (Mutter Courage).
„Man muß schon Schnaps getrunken haben
eh man vor Deinem Leibe stand.“
Sonst schwankt man ob der trunknen Gaben
von schwachen Knien übermannt.
Oh Du, wenn im Gesträuche kreisend
der Wind die Röcke flattern läßt
und man, das weiche Tuch zerreißend
die Knie zwischen Deine presst.